HALLO UND AUF WIEDERSEHEN

Frauen in Grenzgängen des Lebens
_halloundaufwiedersehen_

Erscheint im März 2024 beim Christoph Merian Verlag
240 Seiten, 150 farbige Abbildungen, 9 literarische Portraits, 17 x 23 cm
ISBN 978-3-03969-023-7

Wir alle wurden geboren, wir alle werden sterben. Die Eckpfeiler unseres Lebens verbinden uns, und doch werden sie aus unserer gesellschaftlichen Mitte verdrängt. Lasst uns gemeinsam hinsehen, Raum geben, da sein.

Die Fotografin und Autorin Annika Eliane Krause hat neun Frauen bei der Geburt ihrer Kinder oder in der eigenen Krankheit und beim Sterben begleitet. Vor der Kamera und in persönlichen Gesprächen bereiten sich die Protagonistinnen bewusst und selbstbestimmt auf ihre persönlichen Grenzgänge vor.

Entstanden ist ein Buch, das die Übergänge am Anfang und Ende des Lebens in berührender Weise zusammenspannt. Das ehrliche Sich-Zeigen der Frauen bricht mit gesellschaftlichen Tabus und wahrt doch in jedem Moment die Würde der Dargestellten. Basierend auf dem tiefen Vertrauensverhältnis zwischen der Autorin und den Porträtierten entsteht ein vielschichtiges Bild über den weiblichen Blick auf das Leben und Sterben.

Über die Autorin:
Annika Eliane Krause (*1993) arbeitet als freiberufliche Fotografin und Autorin in Köln. Die studierte Kommunikationsdesignerin absolvierte im Entstehungsprozess des Buchprojektes eine Ausbildung als Doula (Geburtsbegleiterin) und einen Qualifizierungskurs als ehrenamtliche Sterbebegleiterin.

Die Publikation des Buches konnte durch die Unterstützung der Ahorn Gruppe, der Stiftung Deutsche Bestattungskultur, der FUNUS Stiftung, palliacura, der Stiftung Frauen*leben und dank aller Unterstützer:innen auf Startnext realisiert werden.

Christine
06.12.1966 – 20.11.2021

Wer Christine zum ersten Mal begegnet, kann schnell eingeschüchtert sein. Ihre Art ist forsch und unverhohlen, ihre Perspektive wird schonungslos direkt ausgesprochen. Sie ist ehrlich zu sich selbst und ihrem Gegenüber, und genau das erwartet sie auch im Umgang mit ihr. Fast fühlt es sich an wie eine kleine Prüfung: die kompromisslose und ungeschönte Konfrontation mit ihrem Sein. Zu oft wurde sie schon verletzt, zu lang hat sie versucht sich anzupassen, um dazuzugehören. Jetzt hat sie entschieden: Wer mich nicht verdient, bekommt nicht meine Lebenszeit geschenkt.“ Umso wertschätzender und herzlicher werden die empfangen, die sich davon nicht verschrecken lassen.

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Melanie und Emmi
02.10.2021

Die Geburt von Melanies erstem Kind war im Geburtshaus geplant, letztendlich wurde es ein Kaiserschnitt. Tom ist jetzt zwei Jahre alt, ein blonder Junge mit schelmischem Lachen. Er freut sich auf die Geburt seiner Schwester, die in Begleitung von einem Hebammenteam zu Hause stattfinden soll.

Sich während der Schwangerschaft und unter der Geburt fotografisch begleiten zu lassen, ist für Melanie eine große Überwindung. Doch sie will ihre sich selbst gesetzten Grenzen überschreiten, möchte sich nicht mehr von ihrer Unsicherheit ausbremsen lassen. Melanie sieht das Projekt als Chance, sich selbst zu konfrontieren: „Ich empfinde die Scham als Frauenthema, das von Generation zu Generation weitergetragen wird. Für mich sind Sexualität und Nacktheit sehr schambehaftet und davon möchte ich mich befreien. Um meine Ängste nicht an meine Tochter weiterzugeben, will ich sie jetzt für mich lösen. Ich sehne mich nach Freiheit, in jeglicher Hinsicht. Man tendiert schnell dazu, das Umfeld und das Außen für eine gefühlte Unfreiheit verantwortlich zu machen. Doch für mich ist es wichtig, die Freiheit in mir zu finden. Ich fühle mich durch meine Scham unfrei.“

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